"Eine gezähmte Zunge ist ein seltener Vogel"'

An wen kann ich mich bei sprachlichen Problemen wenden?

Beim Auftreten einer sprachlichen oder stimmlichen Störung oder Auffälligkeit sollte Ihr erster Weg zu einem Facharzt vor Ort führen (Kinderarzt, HNO-Arzt, Neurologe, Internist, Phoniater). Wenn Ihr Arzt meint, dass Sie eine Behandlung benötigen, erhalten Sie von diesem eine Verordnung, mit der Sie einen Termin bei uns vereinbaren.


Wichtig: Da eine vom Arzt ausgestellte Heilmittelverordnung nur zwei Wochen gültig ist, holen sie diese bitte erst kurz vor dem ersten Behandlungstermin ab.


 

Wer übernimmt die Kosten für eine sprachtherapeutische Behandlung?

Die Logopädie ist ein Teil der medizinischen Grundversorgung. Sie beinhaltet die Untersuchung und Behandlung krankheitsbedingter Kommunikationsstörungen, aber auch Maßnahmen zur Prävention. In der Regel werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Erwachsene ab dem 18. Lebensjahr müssen seit dem 01.01.2004 einen Eigenanteil von 10 %, zuzüglich der Rezeptgebühr von 10 Euro, selbst zahlen, außer sie sind durch ihre Krankenkasse hiervon befreit. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von der Zuzahlung befreit. Ihre Krankenkasse wird Ihnen hierzu gern weitere Auskünfte erteilen.

Zu Beginn der Behandlung wird von uns eine ausführliche Diagnostik mit standardisierten Testverfahren durchgeführt.

Die Ergebnisse meiner Untersuchung bilden zusammen mit dem ärztlichen Befund die Grundlage für die Auswahl geeigneter Therapiemethoden.

Wie lange dauert eine logopädische Behandlung?

Diese Frage kann nicht allgemein beantwortet werden. Zunächst einmal hängt es davon ab, welche logopädischen Störungen / Auffälligkeiten vorliegen und wie stark diese ausgeprägt sind. Selbst ein "einfaches" Lispeln des S-Lautes kann, insbesondere, wenn es mit einer myofunkionellen Störung gekoppelt ist, sehr hartnäckig sein. Bei Vorliegen weiterer Störungen wie z.B. geistiger Behinderung oder Retardierung muss ebenfalls von ganz anderen Voraussetzungen ausgegangen werden. Weiterhin entscheidend sind die Motivation und Einsatzbereitschaft des Patienten z.B. bei stotternden oder aphasischen erwachsenen Patienten sowie die Mitarbeit und Bereitschaft (bei Kindern auch die der Eltern) zum häuslichen Üben. Das Alter und die Einsicht in die Notwendigkeit der Therapie spielen ebenfalls sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen (beispielsweise bei Schlaganfall-Patienten) eine nicht zu unterschätzende Rolle. Aus den genannten Gründen sind keine generellen Aussagen über die Dauer der Therapie möglich.

Wie viele Therapiesitzungen bekomme ich verordnet?

Das hängt von der Verordnungspraxis Ihres Arztes ab. Für Kassenpatienten gelten seit Mitte 2004 neue Heilmittelrichtlinien, welche die Verordnung regeln sollen. Diese beziehen sich auf den so genannten "Regelfall". Sehen Sie bitte in der Verordnungs-Tabelle nach. Weiterreichende Diagnostiken, die nach Maßgabe des Arztes angesetzt werden z.B. audiologische, neurologische oder (kinder-)psychologische Untersuchungen, werden zwischenzeitlich einbezogen und sollen den Therapieverlauf unterstützen. Darüber hinaus können auch Verordnungen "außerhalb des Regelfalles" ausgestellt werden. Diese müssen in den meisten Fällen dann zuvor von der Krankenkasse genehmigt werden.

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Was passiert bei einer logopädischen Behandlung?

1. Diagnostik

  • Erstgespräch mit Fragen zur Problematik und gezielte Tests zur objektiven   Einschätzung der Schwierigkeiten
  • Feststellung der Diagnose in Zusammenarbeit mit dem Arzt

2. Beratung

  •  individuelle Hilfestellungen zu der betreffenden Störung
  •  Informationen zu der Problematik und dem Umgang damit

3. Therapie

  •  individuelle Therapieplanung und -durchführung
  •  spielerisches Erlernen der notwendigen Fertigkeiten bei Kindern
  •   ggf. Ergänzung der logopädischen Therapie durch interdisziplinäre Zusammenarbeit mit allen am Behandlungeerfolg Beteiligten wie Eltern, Lebensgefährten, Lehrern.

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Welches sind die Anzeichen für eine Sprachentwicklungsverzögerung?

 

  •  Herabgesetztes Hörvermögen.
  •  Häufig unangemessene Reaktionen auf altersgemäße sprachliche Aufforderungen.
  •  Das Ausbleiben bzw. das Verstummen der Lallphase (ca. im 7. Lebensmonat).
  •  Mangelnde Bewegungskontrolle vor allem im Mund- und Gesichtsbereich (z. B. vermehrter Speichelfluss selbst wenn das Kind bereits über zwei Jahre alt ist).
  • Verspätet einsetzendes Auftreten der ersten Wörter (mit 1 1/2 Jahren oder später).
  • Verlangsamte Entwicklungsfortschritte in allen sprachlichen Bereichen (u. a. mit geringem Wortschatz von weniger als 100 Wörtern im Alter von 3 Jahren, schlechter Verständlichkeit des Sprechens sowie Fehlen von Zweiwortsätzen im Alter von ca. 2 Jahren).
  • Mangelnde Fähigkeit Fragen zu formulieren, wenn das Kind bereits drei Jahre alt ist.

 

Ab wann kann mit einer logopädischen Therapie begonnen werden?

Im Allgemeinen kann - abhängig von der bestehenden Problematik - ab dem 6.Lebensmonat mit einer logopädischen Therapie begonnen werden.

Was kann ich selbst zur Sprachförderung meines Kindes beitragen?

Die Sprachentwicklung kann entscheidend gefördert werden, wenn man sich schon etwa eine halbe Stunde pro Tag regelmäßig Zeit für ein Gespräch mit dem Kind nimmt. In dieser Zeit sollten Sie mit dem Kind alleine sein und ihm Ihre volle Aufmerksamkeit widmen ohne eine Ablenkung z.B. durch jüngere Geschwister. Nutzen Sie die Zeit, um vielleicht ein Bilderbuch anzusehen und sich gegenseitig zu erzählen, was man auf den Bildern entdecken kann und was die Personen oder Tiere tun. Beachten Sie dabei die Regeln für gutes Zuhören, richtiges Korrigieren und ein gutes Sprachvorbild! Nach einiger Zeit werden Sie diese Gesprächsstunden mit Ihrem Kind nicht mehr missen wollen, zumal dadurch eine gute Beziehung zwischen Eltern und Kind gefördert wird.

Sprechen Sie mehr als Sie es für gewöhnlich tun, denn ein sprachgestörtes Kind muss viele Wörter und Sätze mehrmals hören, ehe es sie behalten kann. Sprechen Sie beispielsweise zu den Tätigkeiten, die Sie im Haushalt oder beim Werken ausführen. Benennen Sie beim Baden die Körperteile, beim Ausziehen die Kleidungsstücke, beim Spülen und Aufräumen die Sachen, die Sie gerade in der Hand haben. Machen Sie Spaziergänge und erzählen sie sich gegenseitig, was Sie sehen, z.B. auch einmal im Rahmen eines Spiels ("Ich sehe was, was du nicht siehst"). Unternehmen Sie gemeinsame Ausflüge zum Zoo, zu einem See. Sprechen Sie vorher darüber, was Sie sehen und erleben werden. Erinnern Sie sich gemeinsam zu Hause daran, was Sie gesehen und erlebt haben.

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Mein Kind stottert plötzlich - Was ist los?

Bei vielen Kindern treten zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr im Rahmen der normalen Sprach- und Sprechentwicklung Redeunflüssigkeiten auf. Dabei handelt es sich zumeist um das Wiederholen von Silben, Wörtern oder Satzteilen, um Dehnungen von Lauten oder Pausen. Für das Auftreten entwicklungsbedingter Redeunflüssigkeiten gibt es zahlreiche unterschiedliche Erklärungsansätze:

  • die Reifung des zentralen Nervensystems, das für die Koordination der sehr komplizierten Bewegungsabläufe beim Sprechen notwendig ist, sei noch nicht abgeschlossen,
  • Denken und Sprechen sei noch nicht vollständig koordiniert, 6quot;das Denken laufe dem Sprechen davon",
  • eine Phase gefühlsmäßiger Unsicherheit zu den Bezugspersonen, Schwierigkeiten in den Beziehungen zur Umwelt oder tieferliegende seelische Probleme lägen vor.

In den meisten Fällen klingen diese sprachlichen Unflüssigkeiten nach einer Durchgangsphase von alleine ab, wobei sich angemessene Verhaltensweisen der Umwelt meist günstig auswirken.

Bei einigen Kindern entwickelt sich aus diesen Unflüssigkeiten jedoch ein beginnendes oder bleibendes Stottern. Bei einigen Kindern tritt auch erst nach vollendeter Sprachentwicklung plötzlich Stottern auf, das folgende Kennzeichen aufweisen kann:

  • Wiederholung von Lauten, Silben oder Worten,
  • Stocken, Pressen oder Dehnen beim Sprechvorgang,
  • Abbrechen von Sätzen,
  • Anspannung beim Sprechen,
  • Mitbewegen von Gesichtspartien oder Körperteilen,
  • Atemstörungen,
  • Vermeiden von bestimmten Lauten, Wörtern oder Silben. Aufgrund der Vielzahl möglicher Ursachen, die das Stottern verursachen oder begünstigen können (z.B. psychische Hintergründe, allgemeine Sprachentwicklungsauffälligkeiten, organische, anlagebedingte oder umweltbedingte Ursachen) gibt es für die Behandlung des Stotterns zahlreiche, individuelle Therapieansätze. Die Unterstützung der Therapie durch die Eltern und Umwelt ist meist von großer Bedeutung.

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Was sind Sprachstörungen?

Sie treten z.B. nach Verletzungen des Gehirns durch einen Schlaganfall, ein Schädel-Hirn-Trauma oder eine Sauerstoffunterversorgung unter anderem in Form von Wortfindungsschwierigkeiten oder Sprachverständigungsproblemen auf.

Sie können in Folge einer verzögerten Sprachentwicklung, als Teil einer (Mehrfach-)Behinderung, bei Mehrsprachigkeit oder auf Grund einer Hörminderung bei Kindern auftreten.

Sie sind manchmal die Ursache für eine Lese-Rechtschreib-Schwäche.

Was sind Sprechstörungen?

Das sind Beeinträchtigungen der Aussprache, wie z.B. Lispeln, Näseln, die unter anderem auch durch Gesichts- und Zungenlähmungen verursacht werden können. Auch werden hierunter Störungen des Redeflusses wie z.B. Stottern oder Poltern bei Erwachsenen und Kindern verstanden.

Was sind Schluckstörungen?

Das sind Beeinträchtigungen der Nahrungsaufnahme durch unterschiedliche Ursachen im Säuglings-, Kindes- oder Erwachsenenalter mit oft schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen.

Was sind Stimmstörungen?

Sie können in Folge von stimmlicher Fehlbelastung oder nach Operationen im Halsbereich auftreten.

Logopädisches Wörterbuch

Hier können Sie unser logopädisches Wörterbuch als PDF-Datei downloaden.

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